Was kostet ein Mietkoch? Der Stundensatz, was drinsteckt, und der ehrliche Vergleich
Von Börge Penk, Küchenchef und Gründer · Aktualisiert am 14.09.2026
Ein Mietkoch kostet einen Stundenverrechnungssatz, in dem Lohn, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaub, Krankheit, Ausfallrisiko und die Leistung des Verleihers enthalten sind. Er liegt deshalb deutlich über dem reinen Stundenlohn eines angestellten Kochs. Öffentlich genannte Sätze im deutschen Markt reichen von etwa 60 bis 100 Euro je Stunde. Ob das teuer ist, entscheidet nicht der Satz, sondern der Vergleich mit dem, was die Stunde eines Angestellten wirklich kostet, und mit dem, was ein leerer Posten kostet.
Was im Stundensatz steckt
Der Stundensatz ist keine Marge auf einen Lohn, sondern eine Summe aus Positionen, die bei einem angestellten Koch einzeln anfallen und meist niemand zusammenzählt.
| Bestandteil | Wer ihn beim Mietkoch trägt | Wer ihn bei Ihrem Angestellten trägt |
|---|---|---|
| Bruttolohn | Verleiher | Sie |
| Arbeitgeberanteil Sozialversicherung | Verleiher | Sie |
| Bezahlter Urlaub | Verleiher | Sie |
| Lohnfortzahlung bei Krankheit | Verleiher | Sie |
| Leerlauf zwischen Einsätzen | Verleiher | Sie (Saisonlöcher, Ruhetage) |
| Rekrutierung und Ersatz bei Ausfall | Verleiher | Sie |
| Verwaltung, Lohnabrechnung, Meldungen | Verleiher | Sie |
| Erlaubnis, Prüfungen, Haftung als Arbeitgeber | Verleiher | entfällt, weil Sie selbst Arbeitgeber sind |
Die rechte Spalte ist der Grund, warum der Vergleich „Stundensatz gegen Stundenlohn“ immer schief ist. Er vergleicht eine Vollkostenzahl mit einer Teilkostenzahl.
Was die Stunde eines angestellten Kochs wirklich kostet
Rechnen Sie es einmal für Ihren Betrieb durch, mit Ihren Zahlen. Die Formel ist einfach, die Ehrlichkeit ist der schwere Teil:
- Jahresbruttolohn des Kochs.
- Plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.
- Plus Sonderzahlungen, falls vereinbart.
- Geteilt durch die produktiven Stunden. Nicht durch die vertraglichen. Vom Vertragsjahr gehen Urlaub, Feiertage, Krankheitstage und Schulungen ab. Was bleibt, sind die Stunden, in denen tatsächlich gekocht wird.
Das Ergebnis liegt bei fast jedem Betrieb spürbar über dem, was auf dem Lohnzettel als Stundenlohn steht. Erst diese Zahl ist mit einem Stundensatz vergleichbar. Und sie enthält noch nicht, was in der Tabelle oben in den letzten drei Zeilen steht.
Die dritte Zahl: was der leere Posten kostet
Der eigentliche Vergleich läuft nicht zwischen Mietkoch und Angestelltem, sondern zwischen Mietkoch und niemandem. Ein unbesetzter Posten kostet auf drei Wegen: Umsatz, der nicht gemacht wird (geschlossene Tische, abgesagte Bankette, eingeschränkte Karte), Qualität, die kippt, weil das Restteam auf Anschlag arbeitet, und Personal, das kündigt, weil die Überstunden nicht enden. Keine dieser drei Positionen steht in einer Kostenstelle, und alle drei sind meist teurer als jeder Stundensatz. Wie Sie die ersten 14 Tage überstehen: Der Küchenchef kündigt: Notfallplan
Warum ein zu niedriger Satz ein Warnsignal ist
Ein Stundensatz, der unter den Vollkosten eines angestellten Kochs liegt, kann nicht aus Lohn, Sozialabgaben und Urlaub bestehen. Irgendetwas fehlt. In der Praxis fehlt meistens die Anstellung: Der „Mietkoch“ ist ein Selbständiger auf Rechnung, der Vermittler kassiert eine Provision, und das Risiko der Scheinselbständigkeit liegt bei Ihnen. Was das im Prüffall kostet, steht hier: Mietkoch auf Rechnung: Wo Scheinselbständigkeit beginnt
Was den Satz nach oben oder unten bewegt
Innerhalb der Marktspanne entscheiden vier Dinge über den konkreten Satz: die Qualifikation (Commis, Chef de Partie, Sous-Chef, Küchenchef), die Einsatzdauer (ein Wochenende kostet je Stunde mehr als eine Saison), der Vorlauf (wer heute für morgen sucht, zahlt für die Verfügbarkeit) und die Region (Anfahrt, Unterkunft, Auslandsmeldungen). Wer den Satz senken will, dreht am zweiten und dritten Punkt: früh anfragen und länger planen.
Wie Avorix abrechnet
Avorix nennt keinen Katalogpreis, weil die vier Faktoren oben in jedem Haus anders liegen. Sie bekommen im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos) einen festen Stundensatz für Ihren Einsatz, ohne versteckte Posten, und der gilt, bevor der Koch kommt. Für die ersten Betriebe gelten 2026 Pilotkonditionen deutlich unter dem regulären Preis. Was Sie nie zahlen: Vermittlungshonorar, Ausfalltage des Kochs, Sozialabgaben.
Häufige Fragen
Warum ist ein Mietkoch pro Stunde teurer als mein Angestellter?
Weil der Stundensatz Vollkosten sind und der Stundenlohn Teilkosten. Rechnen Sie Ihren Angestellten auf produktive Stunden um, inklusive Urlaub, Krankheit und Arbeitgeberanteilen, dann schrumpft der Abstand erheblich.
Gibt es eine Mindestabnahme oder Mindestdauer?
Bei Avorix nicht. Viele Häuser überbrücken zwei Wochen, andere buchen eine Saison. Was die Dauer für Ihren Satz bedeutet, steht im Angebot, bevor der Einsatz beginnt.
Kommen zum Stundensatz noch Kosten dazu?
Was dazukommen kann, etwa Fahrt oder Unterkunft, besprechen wir vorab, bevor der Einsatz beginnt. Auf der Rechnung steht nichts, was nicht vorher vereinbart war.
Was kostet ein selbständiger Mietkoch auf Rechnung?
Auf dem Papier oft weniger. Im Prüffall kann daraus eine Nachzahlung der Sozialbeiträge für rund vier Jahre werden, bei Vorsatz bis zu dreißig. Das ist der teuerste Stundensatz, den es gibt.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Börge Penk hat zwanzig Jahre als Küchenchef gearbeitet, bevor er Avorix gegründet hat. Er schreibt hier über das, was er in Küchen gesehen hat, nicht über Software. Mehr über Avorix
Ein fester Stundensatz, bevor der Koch kommt. Keine Ausfalltage, keine Sozialabgaben, kein Vermittlungshonorar.
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